Bitte ein Bitcoin – wie Bier und Blockchain zusammenpassen
Quelle: bierbarsbrauer.com
MOTOR TALK – Don´t Drink and Drive
Du hast die Wahl: Entweder Finger am Glas oder am Steuer. Beides geht nicht.
Der Abend war lang, der Wein süffig. Es ist spät und der Weg nach Hause nicht weit. Warum jetzt ein Taxi bestellen? Auf den paar Metern wird schon nichts passieren. So denken viele und steigen angetrunken ins Auto. Und genauso viele täuschen sich.
Alkohol verändert die Kommunikation zwischen den Nervenzellen im Gehirn. In geringen Mengen baut er Hemmungen ab, nimmt Ängste, macht locker. Er verändert aber auch die Risikoeinschätzung, das Sehvermögen und die Koordinationsfähigkeit. Man fühlt sich stark, wird überheblich und überschätzt sich. Entfernungen erscheinen größer und Geschwindigkeiten niedriger als sie tatsächlich sind. Fahrfehler und Unfälle sind die Folge.
Wie Alkohol wirkt, wo die Promille-Grenzen liegen und was es als Fahranfänger zu beachten gilt, hat MOTOR-TALK auf einer Seite zusammengefasst.
Weiterlesen: motor-talk.de
Kann Bier ablaufen – und schlecht werden?
Kann Bier ablaufen – und schlecht werden?
Mehr Brauer, weniger Bier
Mehr Brauer, weniger Bier
Mythos 7-Minuten-Bier
Mythos 7-Minuten-Bier
Quelle: siegener-zeitung.de
Warmes Bier bei Erkältung – was steckt dahinter?
Warmes Bier gilt als altes Hausmittel bei Erkältung. Aber nicht jedes Hausmittel ist wirklich effektiv. Wie es sich mit dem warmen Bier verhält, verraten wir Ihnen in diesem Zuhause-Tipp.
Warmes Bier bei Erkältungen – Mythus oder Wahrheit
- Als altes Hausmittel wird warmes Bier bereits seit vielen Jahren gepriesen – und tatsächlich ist an dem Mythos etwas dran. Verantwortlich dafür ist der Hopfen, der bekanntermaßen eine wichtige Zutat für das Gebräu ist.
- Hopfen enthält Bitterstoffe sowie ätherische Öle. Die Bitterstoffe wirken antibakteriell und helfen dem Organismus dadurch beim Kampf gegen die Krankheitserreger.
- Durch das Erwärmen des Biers wird der positive Effekt für die Gesundheit verstärkt. Das warme Bier wirkt zudem sehr einschläfernd. Schlaf wiederum hilft dem geschwächten Organismus sich zu regenerieren und neue Kräfte zu tanken.
- Zudem regt das warme Bier die Durchblutung an und Schwitzen fördert bei einer Erkältung bekanntermaßen den Heilungsprozess. Decken Sie sich daher zusätzlich gut zu und nehmen Sie ein oder zwei Wärmflaschen mit ins Bett.
- Schmeckt Ihnen das warme Bier zu bitter, geben Sie noch einen Esslöffel Honig dazu. Wie bei anderen Hausmitteln gilt auch für das Bier: Viel hilft nicht unbedingt viel. Mehr als maximal zwei Gläser Bier sollten Sie vor dem Schlafengehen nicht zu sich nehmen. Dass dieses Hausmittel für Kinder tabu ist, versteht sich von selbst.
Quelle: praxistipps.chip.de
Jede Woche kommt ein neues Bier auf den Markt
Die Deutschen trinken weniger Bier, haben dafür aber eine größere Auswahl.
Nach Angaben des Deutschen Brauer-Bunds sind in den vergangenen zehn Jahren rund 1.000 neue Biermarken hinzu gekommen. Jede Woche komme ein neues Bier auf den Markt, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbands der Deutschen Presse-Agentur. 6.000 Marken würden mittlerweile angeboten.
Viele Brauer kämen im Moment auf die Idee, neue Produkte anzubieten, teilte der Bundesverband des Getränkefachgroßhandels mit. Der Markt sei im vergangenen Jahr insgesamt um zwei Prozent geschrumpft. Bierspezialitäten, regionale Biere und alkoholfreie Varianten legten dagegen zu. In Monheim am Rhein werden an diesem Donnerstag beispielsweise die ersten 800 Liter „Költ“ fließen. Die Kreation aus der zwischen Köln und Düsseldorf gelegenen Stadt ist eine Mischung aus den Bierstilen Kölsch und Alt.
Der Brauer-Bund hatte vor einigen Wochen darauf hingewiesen, dass es weltweit mehr als 250 verschiedene Hopfensorten gebe. Die vielen regionalen und saisonalen Bierspezialitäten, die weiter wachsende Zahl von Klein- und Craftbrauereien, die Bier-Sommeliers und die wachsende Zahl an Hobbybrauern profitierten von der steigenden Vielfalt.
Diese Nachricht wurde am 10.02.2018 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
Quelle: deutschlandfunk.de
Die „Normalkneipe“ ist Roths zweites Zuhause. Zum Ausbügeln der „sozialen Dellen des Schreibens“.
Jürgen Roth, geboren 1968 in Bad Berleburg, lebt seit über 20 Jahren als freier Autor in Frankfurt am Main. Als Kind und Jugendlicher wechselt er häufig den Wohnort, bedingt durch den Beruf des Vaters, der Offizier bei der Bundeswehr ist. Nach dem Abitur studiert Roth Germanistik, Philosophie und Politikwissenschaft in Tübingen und Frankfurt. In seiner Dissertation widmet er sich dem Werk des Sprachwissenschaftlers Leo Weisgerber. 1994 schließlich erscheint mit der Anthologie „Rausch und Künste“ sein erstes Buch, gemeinsam herausgegeben mit Hermann-Josef Schuh. Derzeit arbeitet Jürgen Roth an einem Buch über die Formel 1. Es soll den Rennzirkus, zu dessen Fans er sich selber zählt, aus einer anderen Perspektive beleuchten.
„Ich bin kein großer Ausdenker“
Was Heribert Faßbender, Verona Feldbusch, Bier, Deep Purple und Birken gemeinsam haben? Über all das hat Jürgen Roth Bücher geschrieben. Und über vieles mehr. Porträt eines Autors jenseits der Schublade und überzeugten Gallusianers.
Die Wirtin der Normalkneipe im Frankfurter Gallusviertel muss nicht lange überlegen, als es um ihren Stammgast geht. „Der sitzt nie am Tisch, den finden Sie immer an der Theke“, sagt sie und behält auch an diesem Abend recht. Jürgen Roth hat auf einem der Barhocker Platz genommen, den Drehtabak vor sich auf dem Tresen. Meist kommt er direkt vom Schreibtisch, der nur wenige Straßen entfernt in einem Hinterhaus steht, hierher. „Wenn ich den ganzen Tag autistisch vor mich hingewerkelt habe, muss ich abends mal raus“, sagt Roth und bestellt ein Weizenbier. „Die Arbeit ist schön, aber sie verursacht soziale Dellen.“
Wenn der Mann in Jeans, Holzfällerhemd und Lederjacke solche Sätze sagt, schwingt da immer auch eine gewisse Ironie mit. Aber kein Zweifel, Jürgen Roth weiß, was es bedeutet, seine Zeit mit dem Schreiben zu verbringen und dabei allein zu sein. Rund 50 Bücher gehen auf sein Konto, wie viele es genau sind, weiß er selbst nicht – behauptet er zumindest. „Ich habe aufgehört zu zählen“, sagt Roth so lapidar, als sei es eine abwegige Idee, sich über das eigene Werk einen genauen Überblick zu verschaffen.
Das Repertoire reicht von wissenschaftlich unterfütterter Gesellschafts-Analyse in „Benehmt Euch“ (zusammen mit Stefan Gärtner) über „Verona Feldbusch: Roman eines Lebens“ bis hin zur Erzählung „Unter keinem Wipfel ist Ruh“ und dem Briefroman „Reise durch Franken“. Dazu gesellen sich Reportagen, Reiseberichte und Kommentare für Zeitungen wie F.A.Z. und FR sowie in wachsender Zahl auch Hörstücke. Passt so einer wie er überhaupt in irgendeine Schublade? Bei der Einordnung tut sich der Autor selbst schwer. „Es ist ein Bauchladen an Gattungen und Tonlagen, das hat mit der Heterogenität meiner Interessen zu tun“, sagt er.
Wenn es etwas gibt, das all das eint, dann ist das Lust am Hantieren mit der Sprache, polemischer Humor – und die Neugier auf die Realität. Roth weist mit der Hand nach draußen, durch die geöffnete Tür der Normalkneipe auf den Gehsteig der abendlichen Frankenallee. „Ich bin kein großer Ausdenker, man muss sich nur umschauen, es liegt genug Material herum“, sagt er. Dazu zählt auch das Viertel, in dem er seit 20 Jahren lebt, die Gaststätte, an deren Theke er nahezu jeden Besucher mit Namen kennt. Vor zwei Jahren etwa hat er die Kommentare der Anwesenden während der EM-Spiele 2012 aufgenommen und zu einem Hörstück verwoben.
Überhaupt, der Fußball – noch so ein roter Faden, der sich durch viele seiner Arbeiten zieht. Den Grundstein legt der bekennende FC-Bayern-Fan 1996 mit einem satirischen Standardwerk über die heute allgegenwärtige Kritik an Fußballreportern. „So werde ich Heribert Faßbender“ heißt das Werk, das dem Leser eine endlose Reihe von Sprüchen („Das ist eine Rasur für die Rumänen“) an die Hand gibt. „Zusammengeschustert“ hat es Roth, wie er selbst sagt, mit seinen beiden Kollegen Thomas Gsella und Heribert Lenz in der damaligen Nordendkneipe „Horizont“. Sein Stolz über die Plattitüden-Sammlung hält sich in Grenzen, wie er schmunzelnd bekennt: „Ich verfluche das Buch, aber es ist ein Bestseller.“
Das „Horizont“ ist damals Treffpunkt vieler „Titanic“-Schreiber – und das Satiremagazin ein Grund, warum es den Sohn eines Bundeswehr-Offiziers nach zahllosen Ortswechseln Anfang der 1990er-Jahre überhaupt an den Main zieht. Eckhard Henscheid liest Roth, Jahrgang `68, damals schon lange, schließlich lernen sie sich kennen. Heute ist Henscheid ein literarischer und menschlicher Fixpunkt für den Autor Roth – der andere ist der unlängst mit dem Glaser-Preis ausgezeichnete Schriftsteller Ror Wolf.
Wer nach Parallelen in den Arbeiten von Roth und seinen „Förderern“, wie er sie selbst nennt, sucht, wird schnell fündig. Mit Henscheid verbindet ihn die Lust an der Vielfalt der Formen, bei Wolf meint man zum Beispiel die Zuneigung zum Fußball als literarischen Gegenstand wiederzuerkennen. Wobei, für eines hat Roth gar nichts übrig: Die feuilletonistische Überhöhung des Ballsports als soziales Phänomen, an dem sich alles Mögliche ablesen lässt.
Wer ihn selbst nach Einflüssen und wichtigen Leseerfahrungen fragt, bekommt freilich nicht nur diese beiden Namen genannt, sondern viele andere, die in seiner rund 9.000 Bücher starken Bibliothek zu finden sind: Dostojewski zählt er ebenso dazu wie Beckett, Kafka oder T.S. Eliot. Geradezu ins Schwärmen gerät Roth allerdings bei Jean Paul: „Dessen Haltung zur Welt behagt mir sehr.“ Nimmt er bei dieser Gelegenheit eigentlich auch seine eigenen Bücher zu Hand? „Das Wenigste lese ich mit Gewinn und Behaglichkeit wieder“, gesteht Roth. Das klingt nach harter Selbstkritik – oder scheut da einer nur das Selbstlob und kokettiert mit einer gewissen Unzufriedenheit über sich selbst und seine Arbeit? „Nein“, widerspricht Roth, „es ist eher eine Art produktiver Unzufriedenheit. Mich springen dann beim Lesen Kleinigkeiten an, die nicht stimmen – einzelne Worte oder Satzrhythmen.“
Seine eigene Haltung zur Welt hat Roth – gemeinsam mit Titanic-Autor Stefan Gärtner – vergangenes Jahr in der Streitschrift „Benehmt Euch“ eindrücklich niedergeschrieben. Zitat- und wortreich zeichnen Roth und Gärtner darin das Bild einer aggressiven, lauten, ichbezogenen Gegenwart, die halbwegs gute Manieren, Rücksicht und Gemeinschaftssinn vermissen lässt. Die „Verrottung aller Lebensumstände“, so die Überzeugung des Duos, „schreitet unaufhaltsam voran“. Klingt nach der altbekannten „Früher war alles besser“-Leier – oder doch nicht? „Das ist keine konservative Moralpredigt“, wehrt sich Roth, räumt aber ein, dass er die „freundlichen, non-konformistischen Zeiten“, die noch während seines Studiums geherrscht haben, irgendwie vermisst. „Ich bin ein sentimentaler Mensch“, sagt er und fügt noch hinzu: „Das dürfen Sie gerne schreiben.“
von Jens Holst (04.11.2014)
Quelle: bookster-frankfurt.de
Was ist Craft Bier?
Was ist das? Wo geht die Reise hin? Sind die US-amerikanischen Brauer auf dem Kriegspfad? Wären die europäischen Brauereien gut beraten, sich in der Wagenburg zu verschanzen und erst mal ein Pilsbier zu zischen? Aus den USA schwappt die Woge der Craft Bier Begeisterung zunehmend nach Europa und Deutschland. Neben dem bewährten Bierchen als Durstlöscher geht es mittlerweile um mehr Geschmack, mehr Image und auch mehr Gewinn. Gastronomen, Barbetreiber und Brauereibesitzer dürfen es sich nicht mehr leisten, die neuen Entwicklungen auf dem Biermarkt zu ignorieren.
Die Gründungsgeschichte der USA berichtet von den Pilgervätern an Bord der Mayflower, die im Jahre 1620 bei Plymouth Rock an Land gehen, weil ihnen an Bord das Bier ausgegangen war. Das Wasser auf dem Schiff war unsauber und sorgte für Erkrankungen, daher landete das Schiff an dieser Stelle im heutigen Bundesstaat Massachusetts. Später sorgte die Prohibition für ein extremes Brauereisterben und anspruchsvolle Bierrezepturen gerieten abhanden. Fadeste Industriebiere wurden zum Standard an den Kneipentresen des Landes. Getränkehistoriker erklären, dass die USA sich erst ab den 1980er Jahren anfingen, sich von diesem Einbruch zu erholen und geschmackvollere Biere herbeizusehnen. Garrett Oliver, Autor und Braumeister der Brooklyn Brewery, nennt 1978 als Wendepunkt: „Eine Deregulierung im Flugverkehr machte eine Fernreise im Flieger plötzlich erschwinglich. Zahlreiche Amerikaner kehrten aus Europa zurück und berichteten von fassfermentierten britischen Ales, von tiefgründigen Klosterbieren aus Belgien und von knackigem Pils aus Deutschland. Im gleichen Jahr hob Präsident Jimmy Carter das Heimbrau-Verbot auf und immer mehr Leute sehnten sich nach Bieren mit Geschmack, statt blonden, nichtsagenden Lagerbieren aus den Industriekesseln.“
Die amerikanische Brewers Association, ein Verband, der die Interessen und Biere von US-Brauereien vertritt und fördert, nennt die Zahlen der rasanten Entwicklung: 1980 bereiteten gerade einmal acht Craft Breweries den Weg. Ihre Zahl war im Jahre 1994 auf 537 angewachsen. 2012 verwies der Verband auf 2.300 Brauereien, deren Zahl auch weiter zunimmt. Die Absätze stimmen und die Nachfrage wächst auch jenseits der Landesgrenzen und bescherte von 2011 auf 2012 ein Exportwachstum von 72%!
Viele konservative Braubeschäftigte in Europa wollen es nicht wahrhaben, aber mittlerweile bekommen die Amerikaner das Bierbrauen anscheinend doch recht gut hin und nun segeln wiederum Schiffe in die umgekehrte Richtung, um mit den Erzeugnissen aus Nordamerika die Alte Welt zu erobern.
Die neue Vielfalt
Seit drei Jahren mehren sich die Möglichkeiten, die Ergebnisse der Craftbeer-Revolution auch in Deutschland zu probieren. Über das bierbegeisterte Skandinavien trafen erste Flaschen der Kult-Brauerei „Sierra Nevada“ ein und die aufmerksamen Beobachter der internationalen Entwicklungen innerhalb der Radeberger Gruppe bemerkten die rasanten Neuerungen der Bierwelt und gründeten die Marke „Braufactum“, um eigene Biere zu brauen und hochwertige Spezialitäten aus Belgien, Großbritannien oder Italien zu importieren. Aus den USA wählte das Team um Dr. Marc Rauschmann mit der „Brooklyn Brewery“ und „Firestone Walker“ zwei der hochwertigsten Brauereien, um deren Erzeugnisse in die Braufactum Kollektion aufzunehmen.
Mit zahlreichen Veranstaltungen und Messeauftritten bringt Braufactum das Thema Craft und Gourmet Biere der Gastronomie mit Bars und Restaurants und auch einer breiteren Öffentlichkeit näher. Vokabeln wie „Belgischer Stil“, Lambic“, diverse Aromahopfensorten (à la Citra, Cascade und Chinook) oder „India Pale Ale“ entwickeln sich zu selbstverständlichen Begriffen innerhalb der Getränkelandschaft. Auch Hausbrauereien und Micro Breweries profitieren von der wachsenden öffentlichen Wahrnehmung und Nachfrage. Sie wagen neue Experimente, entdecken vergessene Rezepturen und Verfahren wieder und wagen erste Sude, sogar emanzipiert und losgelöst vom Reinheitsgebot.
Heute wachsen Brauprojekte im Geiste der Craft Bier Bewegung rasch heran. So mancher Heimbrauer entscheidet sich, den Schritt zum Brauunternehmer zu wagen und zu expandieren. Zahlreiche Verbraucher erkennen die neuen Genussmöglichkeiten der aromatischen Biere und zeigen die Bereitschaft, endlich einen wertigen Preis für solides Handwerk mit erlesenen Zutaten zu bezahlen. Georg VI. Schneider, Inhaber der Schneider Weissbierbrauerei in Kelheim und Präsident der Freien Brauer, dem Verband unabhängiger Privatbrauereien, begrüßt diese Entwicklung: „Zu viele kleinere Brauereien haben über Jahre versucht, das Geschäftsgebaren der Großen nachzuahmen. Die Folge war ein Preiskrieg und ein schwindendes Bewusstsein beim Endverbraucher, dass Bier ein wertiges Produkt zu einem angemessenen Preis sein muss.“

Durcheinander in der Bierszene
Neben der neuen Aufbruchstimmung herrscht in der Bierszene zudem ein gehöriges Mass an Irritation und Durcheinander. Welche Begriffe und Definitionen taugen für den heimischen Markt? Was ist eigentlich Craft? Hinkt Deutschland hinterher?
Die Antwort auf letztere Frage fasst am besten ein Amerikaner zusammen. Greg Koch, Betreiber der Kult-Brauerei Stone Brewing in Kalifornien, die gerade mit einem Bier namens „Götterdämmerung IPA“ ihren 17. Geburtstag feiert, kennt die deutschen Rahmenbedingungen gut. Seit einiger Zeit überlegt er, wann die Zeit reif wäre, in Deutschland einen Ableger seiner Brauerei zu eröffnen. Bislang sieht er den hiesigen Gaumen noch nicht bereit für seine hocharomatischen, stark gehopften Biere. Dass die Bierrevolution in Deutschland später geschieht, als in anderen Ländern, wundert ihn nicht: „In den USA war der Handlungsbedarf groß. Damals gab es ja nur die fade, blonde Industrieplörre. Im direkten Vergleich zu diesen sind die Industriebiere aus Deutschland sehr aromatisch und von guter Qualität. Der Leidensdruck ist somit deutlich geringer.“
Eine Einschätzung, die Daniel Bart, Organisator des Ungarischen Bierfestivals „Fözde Fest“ teilt: „Deutschland begibt sich noch recht zaghaft auf den Weg der Craft Beer Revolution. Gerade in den Städten gibt es ein großartiges Potenzial für diese aromatischen und hopfenbetonten Biere. Ich wunderte mich sehr darüber, dass eine Stadt wie Berlin noch nicht über ein entsprechendes Bierfest verfügt. Deshalb habe ich eben selbst das Brau Fest Berlin ins Leben gerufen.“
Viele Deutsche ärgern sich derweil darüber, dass die eigene Sprache noch keinen angemessenen eigenen Begriff für Craft Beer hergibt. Der Begriff Mikrobrauerei verschwindet allmählich aus dem Vokabular und Handwerksbrauerei klingt sperrig. Mit Hausbrauerei oder Brauereigaststätte kann man zwar sofort etwas anfangen, aber das Phänomen ist damit nicht ideal getroffen und auch der Begriff „Kreativbrauerei“ ist noch nicht mehrheitsfähig.
Wieder hilft der Blick über den Atlantik, denn die Brewers Association bietet eine im Jahre 2011 überarbeitete Definition zu Craft Beer: klein, unabhängig und traditionell. Klein bedeutet einen Ausstoß von weniger als 6 Millionen US Barrels. Unabhängig bedeutet, dass weniger als 25% der Brauerei im Besitz oder unter Kontrolle eines Unternehmers der Getränkeindustrie steht, welcher nicht selbst ein Craft Brauer ist. Traditionell bezieht sich auf Brauweise und aromatische Bierstile unter Verwendung von Gerstenmalz.
Der Hamburger Bar-Impresario Jörg Meyer, der in seiner Boilerman Bar dem Bier einen vornehmen Platz einräumt, stellte kürzlich in seinem Blog auf jrgmyr.com ebenfalls die Frage: Was ist Craft? Und nimmt beispielsweise die Ratsherrn Brauerei mit ihrer Zugehörigkeit zur Nordmann Gruppe und einem professionellen Marketing diesen Begriff zu Recht für sich in Anspruch? Meyer sieht eine Gefahr: „Mittlerweile ist Vorsicht bei der Verwendung des Wortes Craft Beer angebracht. Wenn die Großen übernehmen, läuft Craft Gefahr, zum Unwort zu werden. Bevor sich Craft Beer in Deutschland überhaupt bekannt gemacht hat, übernimmt die Industrie. Das geht schnell und ist, wie ich finde, der Bewegung nicht hilfreich. Craft sollte den ´echten´ Kleinen vorbehalten sein.“
Die Amis kommen
Prominentester Streitfall in den USA ist seit Jahren die Marke „Blue Moon“, die 1995 als Craft Beer dem Markt präsentiert wurde, aber zum Miller Coors Konzern zählt, einem der Industrie-Giganten. Mehrere Klagen wurden vor Gericht ausgefochten, beispielsweise in wie weit der Markenauftritt als Craft Beer den Sachverhalt der Verbrauchertäuschung erfüllt. Dass die Industrie einen interessanten Wachstumsmarkt für sich entdeckt, zeigen in Deutschland aktuell die Gourmetbier Kampagnen von Duckstein oder die frisch in den Markt eingeführte Marke „Craft Werk“ aus dem Hause Bitburger. Bei dem Definitionsgerangel darf die Dimension des US-Marktes nicht unterschätzt werden. Wenn die Brewers Association die Ausstoßmenge einer ´kleinen´ Brauerei mit 6 Millionen Barrel beziffert, so entspricht dies einer Menge von ca. 7,04 Millionen Hektolitern. Also der Menge, die Warsteiner, Paulaner und Radeberger zusammengenommen im Jahr produzieren. Dennoch würde man sie wohl eher nicht in die Kategorie „Craft Bier“ einordnen. Klein ist eben relativ.
2013 präsentierte die Brewers Association sich diverse Male in Deutschland und der Leiter ihres Export Programms, Mark L. Snyder blickt mit großem Interesse auf den europäischen Markt: „Die Craft Brauereien der USA und ihre Umsätze wachsen beständig und in Europa sehen wir für unsere Biere noch ein hohes Potenzial. Daher unterstützten wir entsprechende Exportvorhaben.“ Womöglich eröffnet tatsächlich demnächst in Berlin die Brooklyn Brewery eine Zweigstelle.
Die Amis kommen
So sind die hiesigen Brauer und Gastronomen aufgefordert, sorgfältig zu beobachten und zu handeln. Und vor allem, rasch Erfahrungen zu sammeln, da andere Länder derzeit noch einen Vorsprung in Sachen Craft Bier haben.
Modernes Bierdesign verrät: Das Bier und seine Marke avancieren vom Durstlöscher zum Lifestyle Accessoire. Zudem spielt aber auch Regionalität eine wichtige Rolle. Und gerne darf das ausgeschenkte Produkt eine Geschichte erzählen. Es muss auch keine Story aus dem Wilden Westen sein. Eine Interessante und geschmackvolle Einheimische tuts ebenso.
Quelle: mixology.eu


































































